fri Clenze. An die Dienstversammlung der Lüchow-Dannenberger Gemeinde- und Ortsbrandmeister in der Clenzer Drawehn-Schule schloss sich die Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes (KFV) an. Claus Bauck, Kreisbrandmeister und zugleich gewählter Vorsitzender des KFV, leitete auch diese Veranstaltung.

In seinem Bericht an die Delegierten ging Bauck auf die Probleme der Aktiven ein. Während in diesem Landkreis viele Arbeitgeber ihre Mitarbeiter großzügig für den Feuerwehrdienst freistellen gibt es verbreitet auch Unternehmen und Behörden im Land, die den freiwilligen Dienst an der Bevölkerung eher behindern als fördern. Der Vorsitzende machte eindringlich deutlich, „dass Brandschutz und Hilfeleistung in der Fläche nur ehrenamtlich und damit über Freistellung gewährleistet werden können“.

Gegen starre Altersgrenze
Erneut machte Bauck gegen die starre Altersgrenze für den aktiven Dienst in Niedersachsen Front. Er kündigte den Widerstand des KFV Lüchow-Dannenberg gegen Bestrebungen an, die derzeit bei 63 Jahren liegende Obergrenze wieder zu senken. Der Kreisfeuerwehrverband Lüchow-Dannenberg will weiterhin eine bessere Lösung, beispielsweise die völlige Aufhebung der Altersgrenze. Ob die entsprechende Person unabhängig vom Alter für den aktiven Dienst tauglich ist, sollte ausschließlich von der physischen und psychischen Belastbarkeit abhängen. Die Verantwortlichen in anderen Bundesländern haben dies längst begriffen.

Nach wie vor könnte die Unterstützung für das Historische Feuerwehrmuseum Neu Tramm besser sein. Als neue Mitglieder sind nicht nur Ortsfeuerwehren willkommen, sondern auch Einzelpersonen, Firmen und beispielsweise Vereine. Im Zusammenhang mit dem Museum wies Bauck erneut auf die Vorhaben zum Waldbrand von 1975 hin und bat die Teilnehmer diesbezüglich um rege Teilnahme.

In seinem Grußwort ging Karl-Heinz Banse als Präsident des Niedersächsischen Landesfeuerwehrverbandes (LFV) auf den freiwilligen Dienst ein. „Er bezeichnete die Aktion „Ja zum Ehrenamt“ als erfolgreich: „Wir haben die Bevölkerung zum Nachdenken gebracht.“ Banse forderte die Feuerwehrangehörigen auf, in die Schulen zu gehen und auch anderswo zu werben. Nach seinen Angaben gibt es seit letztem Jahr zehn Feuerwehren im Land weniger. Dies liegt vor allem an fehlenden Freiwilligen für Führungsämter, was zu Fusionen von Ortswehren führt.

Ausgeglichener Etat
„Es ist schwierig, Erwachsenen als Seiteneinsteiger für den Dienst zu gewinnen“, stellte der Landesvorsitzende fest. Er berichtete weiter über intensive Bemühungen um Frauen und Männern mit Migrationshintergrund. Diesbezüglich gibt es inzwischen enge Kontakte zwischen dem LFV und Gruppierungen von Migranten. „Das A und O ist und bleibt aber der Nachwuchs aus den Jugendfeuerwehren“ stellte der Funktionär abschließend fest.

Auf der Tagesordnung standen ferner der Kassenbericht über den Haushalt 2014 sowie die Beratung und Beschlussfassung über die Planung für 2015. Durch kostenbewusste Haushaltsführung konnte das vergangene Jahr mit einem ausgeglichenen Etat abgeschlossen werden. Auch für die laufenden zwölf Monate wird dies bei gleichbleibenden Einnahmen von rund 30.000 Euro durch sparsame Ansätze bei den Ausgaben angestrebt. Der Mitgliedsbeitrag für den Kreisfeuerwehrverband bleibt deshalb unverändert bei 4,95 Euro.

Im weiteren Verlauf der Sitzung war die Ausrichtung des Kreisfeuerwehrtages 2017 Thema. Bislang hat sich noch keine Ortswehr dafür gefunden. Bauck bat deshalb nachdrücklich um Bewerber für dieses Ereignis. Anschließend stand eine kurze Aussprache mit Anfragen und Anregungen der Teilnehmer auf dem Programm. Die harmonisch verlaufende Delegiertenversammlung schloss traditionell mit dem Singen der Nationalhymne und einem gemeinsamen Mittagessen.

2015 02 14 04
Zum Waldbrand von 1975 finden in diesem Jahr mehrere Veranstaltungen statt.
2015 02 14 05
Claus Bauck (re.) erteilte dem Präsidenten des LFV, Karl-Heinz Banse das Wort

Bericht und Bilder: Johann Fritsch