fri Lüchow. An der Kleiderausgabe in der Lüchower Polizeiunterkunft beteiligte sich kürzlich auch eine Gruppe des Schützenvereins Sallahn, darunter Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren Tüschau-Krummasel und Kiefen. Die Schützenschwestern und ein Schützenbruder bauten eine Ausgabestelle mit auf und versorgten die in kleinen Trupps ankommenden Flüchtlinge unter anderem mit Oberbekleidung, Schuhen und Nachtwäsche.

Zunächst stand das Engagement jedoch unter keinem guten Stern. Das Team hatte sich nach einem Hilferuf der zuständigen Organisation zur Hilfe bereit erklärt und begab sich nach genauer Terminabsprache zur Dannenberger Kleidersammelstelle. Dort wurden sie jedoch wie lästige Besucher davongejagt. Dagegen war in Lüchow die Unterstützung der Sallahner mehr als willkommen.

Die Verständigung gestaltete sich dort nicht immer leicht, denn nur wenige Migranten sprechen Englisch. Da halfen nur Dolmetscher, aber auch die waren manchmal hilflos. Die Masse der Lüchower Flüchtlinge kommt zwar aus Syrien, weniger aus Afghanistan und Pakistan oder anderswo, aber selbst die Sprachmittler wussten manchmal nicht, in welcher Sprache ihr Gegenüber sich zu artikulieren versuchte. Unbenommen davon konnten die Frauen, Männer und Kinder mit dem Nötigsten versorgt werden, denn es gibt schließlich Hände und Füße.

Dabei gingen bei den Erwachsenen vor allem kleine und mittlere Größen weg, „deutsche Normalgrößen“ passen in der Regel nicht. Die empfangene Bekleidung wurde von den Familien und Gruppen junger Männer in ebenfalls gespendeten Koffern und Taschen auf die Unterkunft gebracht. Zumindest für die nächsten Wochen sind sie damit einigermaßen ausreichend ausgestattet.

Die freiwilligen Helfer machten bei dieser Aktion durchwegs gute Erfahrungen, wenn auch einige wenige Männer, wohl wegen ihrer Herkunft aus einem anderen Kulturkreis, es nicht gewohnt sind, auf Frauen zu hören. Aber die Schützenschwestern und Feuerwehrfrauen bekamen auch das in den Griff. Ein Teil der männlichen Migranten wird eben hier in Deutschland lernen müssen, auf das andere Geschlecht zu hören. Das sollte aber klappen, haben wir einheimischen Männer es doch auch kapiert.

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Bilder: Schützenverein Sallahn
Bericht: Johann Fritsch