fri Dannenberg. An die Dienstversammlung der hiesigen Gemeinde- und Ortsbrandmeister schloss sich auch in diesem Jahr wieder die Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes (KFV) an. Claus Bauck, Kreisbrandmeister und zugleich gewählter Vorsitzender des KFV Lüchow-Dannenberg, leitete auch diese Veranstaltung. Er steht an der Spitze der Interessenvertretung der Blauröcke, die sich als Aktive, Angehörige der Altersabteilungen, Fördernde Mitglieder oder in den Nachwuchsorganisationen dem Gemeinwohl verpflichtet haben.

Grund genug für zahlreiche Gäste der Einladung in die Mensa des Dannenberger Fritz-Reuter-Gymnasium zu folgen. Neben Landrat Jürgen Schulz waren Kommunalpolitiker ebenso vertreten wie Vertreter der Behörden. Angehörige der Hilfsorganisationen, der Polizei und des Kreisverbindungskommandos der Bundeswehr demonstrierten mit ihrer Anwesenheit ihre enge Verbindung mit den Feuerwehren, die sich nicht nur bei Großschadensereignissen bewährt. Alle zusammen tragen dazu bei, dass der Katastrophenschutz im Landkreis Lüchow-Dannenberg gut aufgestellt ist.

Breites Spektrum
In seinem Bericht als Vorsitzender machte Bauck die Ziele des Kreisfeuerwehrverbandes deutlich. Mit der Förderung des abwehrenden Brandschutzes und der Vertretung der Interessen aller Feuerwehrangehörigen nimmt der Verband wichtige Aufgaben war. Darüber hinaus verfügt er durch die Lebens- und Berufserfahrung der Mitglieder und die in Ausbildung und Einsatz gewonnenen Erkenntnisse über ein breites Spektrum an Fachwissen. Der KFV ist damit ein kompetenter, aber auch streitbarer Gesprächspartner und Berater für Politik und Verwaltung.

Kritisch sieht Bauck die zunehmenden Probleme bei der Freistellung von Feuerwehrangehörigen für Einsätze: „Die Regelungen des Brandschutzgesetzes erweisen sich hier als stumpfes Schwert.“ Allerdings steht es nach seinen Angaben in Lüchow-Dannenberg um diese Angelegenheit besser als anderswo. Ausdrücklich lobte der Kreisbrandmeister Firmen wie Bleck in Soven und die LBAG in Lüchow, die für ihre hervorragende Unterstützung durch den Niedersächsischen Innenminister als Partner der Feuerwehr ausgezeichnet wurden.

Mit klaren Worten stellte Bauck fest, dass der KFV Lüchow-Dannenberg sich gegen rückwärtsgewandte Veränderungen bei der Altersgrenze für den aktiven Dienst widersetzen wird. Diesbezüglichen Überlegungen erteilte er eine klare Absage, von wem auch immer entsprechende Gedankenspiele kommen. Der derzeitige Kompromiss von 63 Jahren plus muss verteidigt werden, ohne dabei die erstrebenswerte und angesichts der demographischen Entwicklung unausweichlichen Erhöhung bzw. Aufhebung der Altersgrenze aus dem Blick zu verlieren.

Hohe Punktzahlen
Der Vorsitzende lobte die Ergebnisse der Wettbewerbsgruppen und die bei Wettkämpfen erzielten hohen Punktzahlen. Herausragende Erfolge waren der Titel des Landesmeisters für Woltersdorf sowie die Teilnahme von Lüchow und Luckau an dem betreffenden Landesentscheid. Lüchow errang dabei den achten, Luckau den 20. Platz. Bauck sieht diese und die Ergebnisse bei anderen überregionalen Wettbewerben als Beweis für den guten Ausbildungsstand der Lüchow-Dannenberger Ortswehren.

Insgesamt zog er eine positive Bilanz der Verbandsarbeit, wenn auch in einigen Bereichen noch „Luft nach oben“ ist. Ein Manko ist, dass immer noch viele Ortswehren nicht genügend Wert auf die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit legen. Das muss sich nach Überzeugung Baucks dringend ändern, eine entsprechende Unterstützung durch den Kreispressereferenten ist garantiert. „Nur durch gute und engagierte Pressearbeit wird man auch wahrgenommen. Wir tun also gemeinsam gut daran, uns auf diesem Gebiet zu verbessern.“

Auf Anregung des Leitenden Notfallseelsorgers und Fachberaters Seelsorge Bernd Paul überlegt der Vorstand derzeit, eine ergänzende Ebene in der psychosozialen Betreuung von Einsatzkräften einzuführen. In einem sogenannten Peersystem könnten angesehene und erfahrene Kameraden und Kameradinnen die Notfallseelsorge durch Pastoren ergänzen. Die Überlegungen stehen noch in den Anfängen, unstrittig ist jedoch, dass die Feuerwehrangehörigen zur Bewältigung belastender Einsätze vertrauenswürdige und verständige Gesprächspartner brauchen.

Mit dem Motto „Vielfalt ist unsere Stärke, deine Feuerwehr“ schloss der Vorsitzende die straff durchgeführte Versammlung. Die Delegiertenversammlung endete traditionsgemäß mit der Nationalhymne und einem gemeinsamen Essen von Delegierten und Gästen.

2016 02 13 03
Claus Bauck legte seinen Rechenschaftsbericht als Vorsitzender ab
2016 02 13 04
Zahlreiche Gäste bekundeten ihre Anerkennung für die Feuerwehr

Bericht und Bilder: Johann Fritsch