2012 04(fri). Als Rentner könnte sich Alfred Schulz eigentlich ein ruhiges Leben machen und die schönen Seiten des Ruhestandes genießen. Aber der 69-Jährige setzt sich lieber für kranke Kinder und deren Familien ein. Als Vorsitzender des Vereins „Krebskinder in Not e.V.“ steht er Betroffenen zur Seite und versucht sie zu unterstützen. Keine leichte Aufgabe, der sich Schulz und seine Mitstreiter da stellen.
Der Groß Sachauer ist dem Verein wegen schmerzlicher Erfahrungen in der eigenen Familie beigetreten. Nach der Pensionierung als Verkaufs- und Niederlassungsleiter einer Brauerei nahm sein Einsatz für die an Krebs erkrankten Kinder und deren Angehörige immer mehr zu. Heute kümmert er sich um die Vereinsführung und versucht Spendengelder locker zu machen. Zu seinen schwierigsten Aufgaben zählen die ersten Gespräche mit Familien, in denen ein Kind erkrankt ist. Schulz stellt sich dieser belastenden Aufgabe, denn wie den anderen rund 100 Mitgliedern geht es ihm einzig und allein um die Menschen.
Den vor 50 Jahren begonnenen aktiven Dienst als Feuerwehrmann hat der Familienvater schon Jahre hinter sich. Er engagiert sich nun in der Altersabteilung seiner Ortswehr und scheut auch heute noch keine Herausforderungen. So nimmt er gerne an Feuerwehr-Wettbewerben teil, bei denen sich Seniorengruppen nach alten Regeln miteinander messen.
Den richtigen Ton gibt der Hauptfeuerwehrmann im Posaunenchor Zeetze-Bülitz an. Er ist musikalischer Leiter des Klangkörpers und das umfasst wesentlich mehr als nur den Einsatz zu geben. Schwerpunkt seiner ehrenamtlichen Tätigkeit sind und bleiben aber die Krebskinder in Not. Die Unterstützung betroffener Familien umfasst alle Felder außerhalb der medizinischen Versorgung: „Manche brauchen einfach jemanden, der ihnen zuhört“ erzählt Schulz, „andere benötigen Hilfe bei der Betreuung der kleinen Patienten oder finanzielle Mittel.“
Ein Teil seiner Arbeit dient der Gewinnung von Stammzellen- und Rückenmarksspendern. Sein Verein führt dazu Typisierungsaktionen durch und arbeitet dabei mit Freiwilligen Feuerwehren zusammen. In diesem Zusammenhang fällt ein Lob für Lüchow-Dannenberg ab: „ Während sich deutschlandweit im Schnitt 1,5 von 1000 Bürgern typisieren haben lassen, sind das in unserem Landkreis 4,2. Das ist ein gutes Ergebnis, aber es wäre trotzdem schön, wenn sich noch mehr der in Frage kommenden 18- bis 55-Jährigen dazu durchringen könnten, denn jeder fünfte in Deutschland an Blutkrebs Erkrankte hat keinen passenden Spender.“
Einen ehrenamtlichen Einsatz wie ihn Schulz und andere Engagierte für ihre Mitmenschen leisten, kann man eigentlich nicht honorieren. Viele reden vom Ehrenamt, Mitbürger wie er praktizieren es. Die Freiwillige Feuerwehr Sachau kann stolz sein, so einen Mann in ihren Reihen zu haben.