2012 07(fri). Löschmeister Martin Schlegel ist einer von den Blauröcken, die mit der Feuerwehr groß geworden sind. Als es noch keine Leitstelle gab hatte sein Vater die Feuermeldestelle in Wustrow. Wer einen Brand melden wollte, rief bei Schlegels an und informierte den Haushaltsvorstand. Dieser löste mit einem Schalter die nahe Sirene aus und eilte umgehend zum Feuerwehrgerätehaus. Er schloss es auf und informierte die Einsatzkräfte über den Brandort.

Kein Wunder also, dass Sohn Martin in die Jugendfeuerwehr eintrat und 1981 zu den Aktiven wechselte. Dort durchlief der heute 47-Jährige eine Reihe von Lehrgängen, darunter die zum Atemschutzgeräteträger, Gruppenführer und Jugendwart. Derzeit nimmt er in der Wustrower Ortswehr die Funktion des Gerätewartes wahr und ist stellvertretender Jugendwart. Letzteres ist fast Familienangelegenheit, denn Jugendwartin ist passenderweise seine Ehefrau.

Der gelernte Kfz-Mechaniker und ausgebildete Berufskraftfahrer ist tagsüber mit einem 40-Tonnen-Sattelschlepper unterwegs. In seiner Freizeit werkelt er viele Stunden daheim herum. Sein Haus gehört wohl zu den ältesten in der Stadt Wustrow. Es fiel, wie die meisten Gebäude des Ortes, dem großen Brand von 1691 zum Opfer und wurde anschließend wieder aufgebaut. In so einem alten Haus gibt es natürlich viel zu tun und der handwerklich geschickte Schlegel macht zusammen mit Familie und Kumpels fast alles selbst. Viel Zeit für ein Steckenpferd neben der Feuerwehr bleibt da also nicht. Lediglich ein bisschen Freiraum für das Sammeln von Modellen deutscher Feuerwehrfahrzeuge im Massstab 1:87.

Der bodenständige Wustrower ist mit seinem Leben, so wie es ist, recht zufrieden. Große Erwartungen an die Zukunft hat er nicht. Die Familie soll gesund bleiben und das ist es auch schon. Für die Feuerwehr wünscht er sich, dass die Jugendlichen im Landkreis eine berufliche Perspektive haben. „Nur dann“, so Schlegel, „werden sie hier bleiben und von der Jugend in den aktiven Dienst wechseln können.“