(fri). Neu-Tramm. Die erste Feuerspritze der Geschichte hat der griechische Techniker, Erfinder und Mathematiker Ktesibios im 3.Jahrhundert vor Christus erfunden. An der von ihm konstruierten Saug- und Druckpumpe konnte zum Feuerlöschen ein Schlauch angeschlossen werden. Im antiken Rom gab es schon eine organisierte Feuerwehr, die neben Eimern, Äxten auch eine Feuerspritze besaß. Wie viele Erfindungen der Antike musste auch diese später neu erfunden werden. 1655 gelang dies einem Nürnberger Handwerker. Bei dessen Konstruktion pumpten zwischen 16 und 20 Mann mit einer Hebelstange Wasser durch ein langes Holzrohr.

Lange Zeit waren derartige Geräte für die Dörfer Luxus. Erst im 19. Jahrhundert gehörten sie häufiger zu Ausstattung von Wehren. Die Norm sah 1888 bei 30 bis 35 Doppelhüben in der Minute eine Förderung von 170 bis 190 Litern Wasser vor. Eine der Feuerspritzen im Historischen Feuerwehrmuseum Neu-Tramm ist da schon leistungsfähiger. Bei einer Saughöhe von acht Metern konnte mit ihr bis zu einer Entfernung von knapp 30 Metern gespritzt werden. In der Bedienungsanleitung ist zu lesen: „Pumpenleistung nach Manneskraft“. Für den Dauerbetrieb waren mindestens acht Leute notwendig, erzählt Museumleiter Jürgen Linde, „und die mussten nach 20 Minuten ausgetauscht werden.“

Die Handdruckspritze für Pferdezug der inzwischen mit der Feuerwehr Karwitz verschmolzenen Ortswehr Thunpadel wurde 1903 in einer Dannenberger Schmiede gebaut. Das Gerät ist keine Massenware, hergestellt wurde nur was gewollt war und benötigt wurde. Spritzen wie diese blieben jahrzehntelang im Gebrauch. Erst mit der zunehmenden Technisierung und Motorisierung der Feuerwehren konnte nicht nur in Thunpadel darauf verzichtet werden.

handdruckspritze
Die alte Thunpadler Handdruckspritze

Bericht und Bild: Johann Fritsch