´(fri). Neu-Tramm. Im Historischen Feuerwehrmuseum Neu-Tramm sind nicht nur Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände zu sehen. An einer ganzen Reihe von Exponaten lässt sich auch die gesellschaftliche Entwicklung erkennen. So beispielsweise an einer Uniform der Feuerlöschpolizei Dannenberg aus den Jahren1944/45.

Während bei der Bekleidung bis 1933 eine gewisse Vielfalt herrschte, änderte sich dies unter der Hitler-Regierung. Die Nationalsozialisten militarisierten die Gesellschaft und gliederten die Feuerwehren in die Ordnungspolizei ein, aus den Brandschutzformationen wurden Staatsorgane. Das Schwarz der Polizeiuniform zierte nun auch die Feuerwehrleute, der Lederhelm wurde durch den Stahlhelm ersetzt. Als politisch ausgerichtete Hilfspolizei nahmen die Wehren an Aufmärschen und anderen Nazi-Veranstaltungen teil.

Mit dem alliierten Bombenkrieg über Deutschland wurden die Feuerwehren in den Luftschutz eingebunden. Daraus entwickelte sich bald ein eigener Bereich mit gesonderter Uniformierung. Die eigentlichen Feuerwehren sahen durch ihre schwarze, militärisch geschnittene Montur der gefürchteten SS ähnlich. Das soll bei Kriegsende 1945 mehrere Feuerwehrangehörige das Leben gekostet haben. Sie wurden als „SS-Angehörige“ kurzerhand vom Feind erschossen.

Die Vereinnahmung der Feuerwehren während des Nationalsozialismus führte nach dem Krieg zu einer totalen Kehrtwende. Das Militärische verschwand aus den Wehren, selbst bewährte Gliederungen und Formen wurden abgeschafft. In Niedersachsen führten erst die großen Waldbrände in den 1970er Jahren in einem gewissen Rahmen zum Umdenken. Die Katastrophe zeigte, dass bewährte militärische Gliederungen und Abläufe auch bei den Blauröcken zum Schutz der Bevölkerung Vorteile bieten.

Feuerlschpolizei
Dannenberger Uniform aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges

Bericht und Bild: Johann Fritsch