(fri). Neu-Tramm. Wie viele andere Bereiche entwickelten sich auch die Feuerwehren im geteilten Deutschland sehr unterschiedlich. Obwohl sich ihre Aufgaben deckten, unterschieden sich Zuständigkeiten, Organisation und Ausrüstung ganz erheblich.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurden die ostdeutschen Berufsfeuerwehren kurze Zeit den Kommunen unterstellt, bevor sie auf Befehl der sowjetischen Besatzungsmacht in die neuen Strukturen der Polizei eingebunden wurden. Die spätere Volkspolizei blieb bis zum Ende der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) nicht nur für die Berufs-, sondern für alle Feuerwehren zuständig.

Im Rahmen der staatlichen und politischen Zentralisierung wurde der Sanitäts- und Krankentransportdienst aus den Wehren herausgelöst und anderen Einrichtungen übertragen. Neben der Änderung historischer Namen und Bezeichnungen bekamen die Berufsfeuerwehren wie alle Bereiche des Ministeriums des Innern militärische Dienstgrade. Die freiwilligen Blauröcke blieben wider Erwarten davon ausgenommen.

Einen besonders hohen Stellenwert besaß auch in der DDR der „Vorbeugende Brandschutz“. Oberstes Ziel aller Anstrengungen waren der Schutz von Menschen und Tieren sowie des „sozialistischen Eigentums“ und der privaten Habe.

Im Historischen Feuerwehrmuseum Neu-Tramm sind einige Exponate zu besichtigen, die von ehemaligen Freiwilligen Feuerwehren des untergegangenen „Arbeiter- und Bauernstaates“ stammen. So auch ein allradgetriebenes Mehrzweckfahrzeug vom Typ Robur (lateinisch für Kraft, Stärke) der Baureihe 2002 aus den 1970er Jahren. Diese Lkw wurden im Volkseigenen Betrieb Zittau hergestellt und gehörten jahrzehntelang zur Standardausstattung der DDR-Feuerwehren. Das in Neu Tramm ausgestellte Fahrzeug wurde dem Museum von der Freiwilligen Feuerwehr Grebs-Menkendorf in Mecklenburg Vorpommern zur Verfügung gestellt.

Robur
Bericht und Bild: Johann Fritsch