(fri). Neu-Tramm. Die ersten Feldküchen die diese Bezeichnung verdienen wurden 1904/05 im Russisch-Japanischen Krieg eingesetzt. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 gehörten sie bereits zur Ausrüstung der meisten europäischen Armeen. Die pferdebespannten Kochgelegenheiten hatten entsprechend der Essgewohnheiten ein, zwei oder drei Kessel und wurden mit Holz oder Kohle befeuert. Aus dieser Zeit stammt auch die weitverbreitete Bezeichnung „Gulaschkanone“, denn Rösser zogen auch die Geschütze der Feldartillerie. Außerdem wurde der schwarze Rauchabzug beim Marsch nach hinten geklappt und sah dann wie ein Kanonenrohr aus.

Die zunehmende Mechanisierung der Armeen blieb auch auf die mobilen Küchen nicht ohne Einfluss. Um mit den motorisierten Kampftruppen Schritt zu halten wurden die Feldküchen im Zweiten Weltkrieg (1939-45) auf Lastkraftwagen verbaut oder als Anhänger gezogen. Sie konnten aber nicht nur zur Verpflegungszubereitung genutzt werden. Die Fähigkeit Wasser zu erhitzen bot gelegentlich auch die Chance Wäsche zu waschen oder Verbandsmaterial zu sterilisieren. Nach Kriegsende nutzen findige Schwarzbrenner die Geräte zur Alkoholherstellung.

Heute gibt es Feldküchen neben dem Militär auch bei Polizeieinheiten, den Feuerwehren und Hilfsorganisationen. Moderne Gulaschkanonen werden mit Gas betrieben und sind gut ausgestattet. Sie ermöglichen die Zubereitung hochwertiger Speisen und Getränke in großen Mengen. Dazu verfügen sie neben Dampfgarkesseln auch über Bräter, Backröhren und Warmhaltebehälter. Die im Historischen Feuerwehrmuseum Neu Tramm ausgestellte ehemals militärische Feldküche wurde für die Feuerwehr umgespritzt. Sie kann mit Holz und Kohle befeuert werden und hat im Verpflegungszug lange Zeit gute Dienste geleistet. Wie sie so da steht, in gutem Zustand und „wie geleckt“, könnte sie jederzeit wieder zur Verpflegungszubereitung genutzt werden.

Gulaschkanone

Bericht und Bild: Johann Fritsch