Wie kann es sein, dass einer Feuerwehr mit über hundert Mitgliedern, 65 aktiven Einsatzkräften, zwölf tauglichen Atemschutzgeräteträgern, alle Einsatzkräfte aufgegliedert in funktionierende Feuerwehrgruppen, die jede weit über die geforderten Mindestanforderungen hinaus ihren Dienst versehen – sei es für Wettbewerbsübungen, Mitarbeit bei den Veranstaltungen des Feuerwehrmuseums oder ein großes Maß an Eigenleistung beim Gerätehausbau und die bereits jahrelange Mitgliedschaft in der Kreisbereitschaft, die auch für reichlich zusätzliche freiwillig verrichtete Dienstsunden sorgt, um Beispiele zu nennen – wie kann es sein, dass diese mitgliederstarke und in allen Belangen aktive Wehr sich dennoch fragen muss, warum man ihnen für die stets bewiesene Einsatzbereitschaft nicht die grundlegend nötige Ausrüstung bereitstellt.

Selbst Pflasterungen auf dem Übungs- und Ausbildungsplatz werden nicht nur selbst übernommen, sondern auch selbst mit dem Förderverein finanziert. Der Träger des Brandschutzes könnte ganz zufrieden sein. Trotzdem will die Samtgemeinde die aktive Wehr nun vor den Kopf stoßen, indem sie keinen gleichwertigen Ersatz für das bisherige Fahrzeug anbietet.

Um ein Beispiel für die Unzulänglichkeit zu nennen: Auf der Rückbank können vier Personen in Fahrtrichtung eng nebeneinander sitzen. Dabei gibt es keine Möglichkeit, dass die Atemschutzgeräteträger sich auf der Anfahrt zum Einsatz schon ausrüsten können. Zu wenig Platz. Abgesehen davon, dass das Anlegen der Atemschutzgeräte auf dem Weg zum Einsatz im Auto allgemeiner Standard ist, hat die Feuerwehr Sachau sieben Orte in ihrem Zuständigkeitsbereich. Es gibt also grundsätzlich eine Anfahrt von mehreren Minuten. Wenn Personen aus einem verrauchten Gebäude zu retten sind, ist es unverantwortlich, diese Zeit verstreichen zu lassen! Neben den sieben eigenen Orten steht die FF Sachau bis Braudel und Hohenvolkfien auf dem Alarmplan.

Die Führung der Feuerwehr hat stets Argumente geliefert und die Belange vor Ort erklärt und begründet, was benötigt wird. Seit Jahren ungehört. Kein Wunder also, dass der Geduldsfaden dünner wird. In Sachau ist Personal vorhanden, es ist ausgebildet und man möchte die Feuerwehr für die Zukunft gerüstet wissen.

Das jetzige Einsatzfahrzeug mit Baujahr 1982 hat noch TÜV, kann aber wegen des zulässigen Gesamtgewichts nicht mehr die Normbeladung aufnehmen. Die Samtgemeinde bietet nur ein bestimmtes Fahrzeug als Neubeschaffung an, einen IVECO Daily. In Sachau hat man sich damit auseinandergesetzt und begründet, warum dieses Fahrzeug für ungeeignet gehalten wird, um die Aufgaben vor Ort zu erfüllen. Widerlegt wurden die Argumente nicht. Vielleicht wollen sich Politik und Verwaltung mit den Argumenten gar nicht auseinandersetzen. Man wünscht sich ein vernünftiges Umgehen mit den ehrenamtlichen Führungskräften.

Die Feuerwehrmitglieder haben mit erheblicher Eigenleistung und sehr sparsam für die Samtgemeinde ein solides Feuerwehrgerätehaus entstehen lassen. Natürlich auch motiviert von dem Gedanken, dass sie damit die Voraussetzungen geschaffen haben, ein ‚vernünftiges‘ Fahrzeug für ihren Zuständigkeitsbereich zur Verfügung gestellt zu bekommen. Man darf wohl allmählich verstimmt sein, wenn nun in anderen Orten der Samtgemeinde für ein Vielfaches an Geld Gerätehäuser ohne Eigenleistung hingestellt werden und man in Sachau aber noch nicht einmal einen gleichwertigen Ersatz für das alte Fahrzeug erhält.

Als einziger der Gäste hat sich Samtgemeindebürgermeister Hubert Schwedland geäußert. Er zeigte Verständnis und versicherte, dass zeitnah nach einer Lösung gesucht wird.

Zum Feuerwehrgeschehen in 2015

Der Ortsbrandmeister berichtet über fünf Brandeinsätze, darunter ein Wohnhausbrand in Kiefen und ein Stoppelfeld in Bussau. Trotz teilweise ungünstiger Tageszeiten waren sie immer mit einer Gruppe vor Ort und haben immer alle Atemschutzgeräte besetzt. Die Schlauchtragekörbe mit Rollen haben sich bewährt. Neben der Wärmebildkamera lag der Ausbildungsschwerpunkt in 2015 auf Waldbrandbekämpfung und Digitalfunk. Sechs Lehrgänge wurden absolviert.

Der Atemschutzgerätewart hielt seine zwölf Geräteträger neben den Wiederholungsübungen mit Einsatzübungen, Ausbildung mit der Wärmebildkamera und Übungen im Brandcontainer in Atem. Zwei weitere Aktive warten auf einen Lehrgang.

Die 124 Mitglieder teilen sich auf in 65 Aktive, 12 Altersaktive und 47 Förderer. Sie haben in 2015 an der Veranstaltungsreihe im Feuerwehrmuseum zum Thema 40 Jahre Waldbrandkatastrophe mitgewirkt. Insbesondere am Aktionstag, als die Sachauer eine Station zum Thema Schaum und Netzmittel betreut haben. Darüber hinaus wurde viel Arbeit in die Instandhaltung des Übungsplatzes gesteckt. Es wurde ein neuer Turm gebaut, die Entwässerung wurde erneuert und alle Punkte und Bahnen wurden neu gepflastert. Dies war nur durch Spenden und den Förderverein möglich. Die Gruppenführer der vier Gruppen berichten über acht Teilnahmen an Wettbewerben. Besondere Erfolge waren dabei der Sieg auf dem Samtgemeindefeuerwehrtag der Samtgemeinde Lüchow und der dritte Platz auf Kreisebene mit 437 Punkten.

Thore Schwedland, Jannes Olm und Peter Erling wurden zu Feuerwehrmännern befördert, Jonas Cordts ist nun Oberfeuerwehrmann und Sascha Herwig wurde zum Ersten Hauptfeuerwehrmann befördert. Regierungsbrandmeister a.D. Uwe Schulz wurde mit einem Geschenk aus dem aktiven Dienst verabschiedet und in die Altersabteilung aufgenommen.

Bericht: Marion Baumgarte