(fri) Neu-Tramm. Im Mittelalter herrschte der Aberglaube, dass Feuer etwas von Gott Gewolltes sei und man nicht in dessen Strafgericht eingreifen dürfe. Allein durch das Anbringen von Sprüchen am Haus und der Anrufung des Überirdischen sollte die Wohnstätte vor Flammen geschützt werden.

„Der Herr bewahre uns und dieses Haus
vor Feuer und vor Wassernot
und vor dem schnellen bösen Tod“

ist nur eines von unzähligen Beispielen im ganzen deutschen Sprachraum.

Vor etwa 300 Jahren war langsam klar, dass weder Glaube noch Aberglaube das gefürchtete Feuer verhindern können. Bald wurden „Wunderlöschgeräte" zur Ergänzung der bereits bekannten Wasserspritzen angeboten. Mit den billigen Lösungen und Salzen, die sich in Glasballons und Blech- oder Pappröhren befanden, wurden hohe Gewinne erzielt. Entgegen den Schaueffekten bei Löschvorführungen war der praktische Nutzen jedoch mehr als gering.

Der Siegeszug der Feuerlöscher begann Ende des 19. Jahrhunderts in England. 15 Fabriken stellten dort kleine chemische Feuerlöscher mit zwei bis vier Litern her. Nach der Jahrhundertwende gelang den Brüdern Graaf aus Berlin zusammen mit dem Konstrukteur Hans Mikorey mit dem „Excelsior 1902“ der Durchbruch. Der chemische Wasserdrucklöscher mit sechs Litern Inhalt hatte eine Einsatzweite von bis zu zehn Metern. Die von den Entwicklern gegründete Firma wurde unter dem Namen „MINIum an Aufwand –-MAXimum an Leistung“ (MINIMAX) weltbekannt. Spötter dichten dazu bis heute:

„Hast Du MINIMAX im Keller
brennt der Speicher umso heller.“

Das konnte und kann den Erfolg der Geräte jedoch nicht beeinträchtigen. Seit damals werden immer neue Handfeuerlöscher entwickelt. Inzwischen sind sie aus der Brandvorsorge und Brandbekämpfung nicht mehr wegzudenken. Im Historischen Feuerwehrmuseum Neu-Tramm gibt es eine ganze Reihe dieser Handfeuerlöscher zu betrachten, darunter ein Modell „Tetra“ aus den frühen 1930er Jahren.

feuerloescher
Der 80 Jahre alte Tetra-Handfeuerlöscher mit Metallhülle

Bericht und Bild: Johann R. Fritsch