(fri) Neu Tramm. Über die Waldbrandkatastrophe von 1975 finden sich Aufzeichnungen in der Chronik des inzwischen aufgelösten Fernmeldesektors B der Luftwaffe. Die Angehörigen der in Neu Tramm stationierten Einheit leisteten zum Großteil Dienst auf dem Thurauer Turm, auf dem außerdem Männer des Heeres von einem abgesetzten Zug der Fernmeldekompanie 945 (Ehra-Lessien) gen Osten aufklärten. „Der Kampf gegen eine überdimensionale Feuerwalze während der Waldbrandkatastrophe im Gartower Forst vom 12. bis 17. August 1975 fordert harten Einsatz von 45 Soldaten des Fernmeldesektors und der Fernmeldekompanie 945“, ist da zu lesen.“ Weitere Kräfte stehen in Bereitschaft. Mit Feuerlöschgerät zur Brandbekämpfung setzt man die Soldaten im Einsatzraum Nemitzer Forst ein. Die sechsköpfige Besatzung des sektoreigenen Tanklöschfahrzeuges unterstützt die Einsatzkräfte im Raum Trebel.“

Die Chronik berichtet davon, dass insgesamt 300 Feuerwehrleute, darunter Kräfte aus Nordrhein-Westfalen, in der Kaserne Neu Tramm verpflegt werden. Die Betriebsstoffgruppe der Einheit richtet bei Trebel ein Tanklager ein und übernimmt die Treibstoffversorgung für die Feuerwehrfahrzeuge. Innerhalb von wenigen Tagen fließen dort knapp 19.000 Liter Betriebsstoff in die Tanks der Einsatzfahrzeuge.

Als sich Soldaten vor der Flammenwalze zurückziehen müssen gehen eine Tragkraftspritze und Schlauchmaterial verloren. Wie die Feuerwehrleute und andere Helfer sind auch die Soldaten gegen die Gewalt des Feuers oft machtlos. Trotzdem war der gemeinsame Einsatz aller Beteiligten letztendlich erfolgreich. Nach Rückkehr in die Kaserne dankt der Chef des Fernmeldesektors B den Soldaten aus Neu Tramm für deren Arbeit. Major Eckhard Langer selbst erhält für seinen Einsatz im Jahr nach der Katastrophe die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille. Die Soldaten des Sektors und der Heereskompanie bekommen die Gedenkmedaille der Niedersächsischen Landesregierung.

Tschauder 01
Die Helfer kämpften bis zur Erschöpfung
Tschauder 02
Gemeinsamer Einsatz an der Flammenfront

Bericht und Bilder: Johann Fritsch