(fri) Trebel. Viele der während der Waldbrandkatastrophe von 1975 eingesetzten Helfer erinnern sich bis heute an jene Tage in den betroffenen Gebieten. So auch Bernd Grzymieslawski, der damals als Zeitsoldat bei der Bundeswehr diente. Er wurde am 12. August zusammen mit rund 30 Kameraden seines Lüneburger Panzerspähzuges alarmiert und mit Lastkraftwagen in den Raum Trebel verlegt. Der Stabsunteroffizier und die anderen Soldaten erhielten den Auftrag, etwaige wieder aufflammende Glutnester zu löschen, da das zugewiesene Brandgebiet schon abgelöscht worden war. Der Befehlstand seines Brigadekommandeurs von der Panzerbrigade 8 befand sich in einem Gasthaus in Trebel, dort war auch sein Zugführer untergebracht, ebenso eine Befehlsstelle der Feuerwehr. Grzymieslawski sieht das dortige Gelände noch vor sich: „Tückisch war der trockene und sandige, mit Kiefernnadeln bedeckte Waldboden, auf dem bei jeden Schritt Qualm erzeugt wurde. Als ich mit meinem Trupp eben diese Glutnester löschen wollte, atmete ich diesen Rauch ein. Da ich meine ABC-Schutzmaske nicht schnell genug aufsetzen konnte bekam ich schwere Atemnot und verkrampfte. Über Funk wurden Sanitäter angefordert, die mich schließlich in das nächstgelegene Krankenhaus brachten. Ich meine, es war Dannenberg. Dort wurde eine schwere Rauchvergiftung festgestellt und ich musste den nächsten Tag noch da verbleiben. Am 14.August war unser Einsatz beendet und wir rückten wieder nach Lüneburg ab.

Nach mehreren Monaten bekam Bernd Grzymieslawski das Feuerwehr-Ehrenkreuz nebst Urkunde verliehen. Die gesundheitlichen Umstände der Rauchvergiftung spürt er immer noch und auch eine Erinnerung wird ihn nicht loslassen: „Der bewegendste Moment damals war für mich die Trauerfeier für die tödlich verunglückten Feuerwehrkameraden an der Feuerwehrschule Celle.“

Tschauder 03
Allouette-Hubschrauber der Bundeswehr klärt über dem Katastrophengebiet auf

Mit diesem Beitrag endet die Reihe „Zeitzeugen erzählen“ zur Waldbrandkatastrophe von 1975. Leider
haben viel zu wenige der hiesigen Feuerwehrkameraden dafür ihre Erinnerungen und Erfahrungen zur
Verfügung gestellt. Das ist schade, denn diese drohen nach Jahrzehnten für immer verloren zu gehen.